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Petö

Seit Oktober 2004 darf ich wie andere Kinder im meinem Alter auch in den Kindergarten gehen. Meine Eltern haben sich für Petö entschieden.Von Oktober bis Dezember fuhr meine Mama dreimal die Woche zur Mutter-Kind-Gruppe in die Steinwaldklinik Erbendorf. Nach dem ich mich gut eingelebt habe, darf ich jetzt viermal die Woche alleine in den Kindergarten. Vortschritte (z.B. alleine aus dem Becher trinken, oder auf dem Topf sitzen.) konnte man bei mir schon bemerken.

         
    
Was ist Petö?
    
Konduktive Förderung nach András Petö ist ein ganzheitliches pädagogisches System für Menschen, die unter zentralnervös bedingten Bewegungsstörungen leiden.

"Zentralnervös bedingt" bedeutet, dass die Störungen durch Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks, also des Zentralnervensystems, hervorgerufen wurden. Die Konduktive Förderung wurde ursprünglich für Kinder entwickelt, kann aber auch in altersentsprechend abgewandelter Form bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Grundsätzlich können Jugendliche und Erwachsene mit folgenden Symptomen zur Konduktiven Förderung eingeladen werden:
    · Lähmung nach Schlaganfall
    · Lähmund nach Hirnverletzung (aufgrund einer Krankheit / eines Unfalls)
    · Infantile, cerebrale Bewegungsstörungen (Spastik)
    · Multiple Sklerose

Das Ziel Konduktiver Förderung besteht darin, die betroffenen Menschen zur "Orthofunktion" zu führen. Unter diesem Begriff verstand der ungarische Arzt und Begründer der Methode, András Petö (1893 - 1967), die weitgehende Unabhängigkeit von Hilfsmitteln und Personen im alltäglichen Leben.

Die Konduktive Förderung betrachtet die Bewegungsstörung nicht isoliert, sondern bezieht die gesamte Persönlichkeit mit ein. So werden nicht nur das Sitzen, Stehen, Gehen, Laufen und die Feinmotorik geübt. Darüber hinaus geht es um den Auf- und Ausbau geistiger Fähigkeiten, die Entwicklung, Verfeinerung, den Ausdruck und die Beherrschung der Gefühle, die Förderung der Sprache und der Sprechfähigkeit, die Aneignung von Kulturtechniken sowie um die Selbständigkeit im lebenspraktischen Handeln (Essen, Kleiden, Hygiene).

Damit sich die Ortofunktion herausbilden kann, müssen grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Zu diesen Voraussetzungen zählen unter anderem:
    · ein interessantes, anregendes, stimulierendes pädagogisches Umgeld, vielfältige, abwechslungsreiche pädagogische Programme
    · die Möglichkeit, Erfolg zu erleben, sich darüber gemeinsam mit gleichfalls Betroffenen zu freuen
    · und insbesondere der Führung der Gruppe durch ausgebildete Fachkräfte, die sogenannten Konduktor(inn)en

Die Konduktor(inn)en können dank ihrer Ausbildung in allen Förderbereichen (Kleingruppen bis zu acht Teilnehmern mit ähnlichen pathologischen Bewegungsmustern) kompetent und professionell arbeiten. Dies widerspricht der gängigen Praxis in der Behindertenhilfe. Hier werden die Aufgaben in den einzelnen Förderbereichen einer Vielzahl von Spezialist(inn)en übertragen mit den Nachteilen einer nicht kontinuierlichen Behandlung eines "Therapie-Tourismus" der Betroffenen zu Spezialisten, zu denen sie kaum eine persönliche, vertrauensvolle Beziehung aufbauen können.

Ein wesentliches Merkmal der Konduktiven Förderung ist die planmässige Gestaltung des Tagesablaufs. Diese Planung umfasst gleichermaßen das Training, die Freizeit, das Spiel und die Erholung. Es handelt sich um Individual- und Gruppenprogramme: um Liege-, Steh-, Lauf- und Sitzprogramme.

Die Kindertagesstätte bietet auch Konduktive Förderung in individuellen Mutter-Kind-Gruppen für Baby's und Kleinstkinder an. Damit ist später ein nahtloser Übergang zur Förderung in der Kindergarten- oder Schulkindergruppe gegeben.

Eine mehrjährige Studie am Kinderzentrum in München, welche die Ergebnisse nach konventionellen Therapien und der Konduktiven Förderung verglichen hat, zeigt, dass in der Bewältigung der Alltagsaktivitäten die Konduktive Förderung weit bessere Erfolge gebracht hat.
   
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